jdav Leipzig - Jugend des Deutschen Alpenvereins

Trainingslager Südfrankreich 2008

Endlich war es so weit. Ich hatte mich schon sehr auf diese Woche gefreut und deshalb das ganze Jahr über hart trainiert und an verschiedenen Wettkämpfen teilgenommen, um zusammen mit dem Landeskader Sachsen ins Trainingslager nach Südfrankreich fahren zu können. Aus Leipzig waren mit dabei Michi, Doreen, Tristan und Frank als Betreuer.
Am 17.10.08 trafen wir uns am Gleis 20 des Leipziger Hauptbahnhofes. 14:58 Uhr ging die Reise dann endlich los. Unser erstes Ziel war der Gipfelgrad in Dresden. Von dort aus wollten wir mit Kleinbussen, die mit jeweils 2 Fahrern besetzt waren, in den sonnigen Süden Frankreichs fahren. Die erste Gruppe mit Doreen, Michi, Tristan, Frank und den Zittauern startetet bereits um 17:00 Uhr Richtung Frankreich. Ich musste noch zwei Stunden warten und schlenderte noch ein bisschen in Dresden umher. Als die zwei Stunden endlich vergangen waren kamen die restlichen Teilnehmer. Ich kannte alle von den Wettkämpfen und vom letzten Trainingslager in Mallorca. Als jeder seinen Platz im Bus gefunden hatte, konnten wir endlich losfahren. Vor uns lag eine ganz ganz ganz furchtbar lange Autofahrt. Gegen 0:00 Uhr erreichten wir einen Rastplatz in der Nähe von Karlsruhe. Hier machten wir einen etwas länger Stopp, weil ich Geburtstag hatte und endlich 16 wurde. Es wurde eine kurze Geburtstagsparty organisiert. Meine Freundinnen aus Dresden überraschten mich mit einem Kuchen den sie für mich gebacken hatten. Da wir alle hungrig waren, und die Temperaturen mit 2°C nicht gerade warm waren, beeilten wir uns mit dem Essen, stiegen wieder in unsere warmen Autos und fuhren weiter in Richtung Süden. Jetzt freuten wir uns noch mehr auf das warme sonnige Wetter in Südfrankreich. Gegen 10:00 Uhr machten wir auf einem Parkplatz halt, wo ein großes rotes Schild mit der Aufschrift SAUVE SERVICE (wir dachten Sauf Service) stand. Man kann sich ja den Rest denken.. Beim Aussteigen hatten wir alle große Probleme unsere Glieder wieder einzurenken. Wir waren zwar immer noch 2 Stunden von unserem eigentlichen Ziel Martignargues entfernt, aber jetzt wollten wir erst einmal klettern gehen. Zum Glück gibt es in Frankreich überall Klettergebiete. Die meisten Routen waren nicht wirklich schwer, obwohl sie im Kletterführer mit 6c angegeben waren. Es gab dort Wege die nur 3 bis 4 Meter hoch waren und 5 bis 6 Ringe hatten. Dort konnte man nicht die Rock- sondern die Klippmasters austragen. Wer klippt in der kürzesten Zeit die meisten Exen! Nach einem sehr schönen Klettertag mit sehr viel Sonne und etwas Wind stiegen wir wieder in die Autos und fuhren nach Martignargues wo die anderen schon auf uns warteten. Wir hatten ein großes, uraltes und verwinkeltes Haus mit Wirlpool, Swimmingpool, Tennisplatz und großem Garten. Der einzige Nachteil war das es nicht genug Betten gab.
So wurde gelost. Die Betreuer gewannen und bekamen jeder 1 Bett. Die kleinen gewannen auch und bekamen zu zweit jeweils ein Ehebett. Die Großen, die Verlierer der Bettenauktion, mussten sich auf die verblieben 5 Betten im großen Schlafraum aufteilen. Josi, Benni und Jonny verabschiedeten sich aus unserer Schlafgemeinschaft und zwängten sich in andere Betten rein. Der Rest Jule, Franzi, Max ,Maxi, Paddy, Tristan, Jojo, Justus, Corinna, und ich blieben aber und stellten sich der Herausforderung. Mit der Nachtruhe fingen die Kämpfe um die besten Schlafplätze an. Wobei wir Mädchen ganz klar die Nase vorn hatten. Maxi wurde das dann doch alles etwas zu eng und er zwängte sich in ein Kinderreisebett. Wir anderen bewunderten zwar wie klein er sich machen konnte aber tauschen wollte trotzdem keiner mit ihm. Um 0:00 Uhr hatte Max Geburtstag und es gab schon wieder eine Geburtstagsfeier. Für ihn gab es eine ganz besondere Überraschung. Kerzen die nicht ausgehen, wenn man sie auspustet. Ich denke, er fand das ganze nicht so toll aber wir anderen hatten eine Menge Spaß. Nach der Aktion fielen wir alle in unser "Bett" und schliefen endlich ein. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, fuhren wir nach Seynes in ein Klettergebiet mit herrliche Sintern und tolle Überhängen. Dort teilten uns die Übungsleiter entsprechend unseres Leistungsvermögens in verschiedene Gruppen ein und beobachteten unser Tun. Tristan und ich wurden in die 6er Gruppe eingeteilt. Für uns hieß das Routen im 6ten französischen Grad klettern. Michi und Doreen kamen in die 5er Gruppe. Als es dann am späten Nachmittag zu windig wurde und wir nicht mehr konnten fuhren wir zurück in unser kleines Schloss. Dort gingen Jule, Franzi und ich für ganze zwei Stunden in den Wirlpool, um uns zu erholen. Leider gab es nur begrenzt warmes Wasser im Haus, so das die Jungs anschließend nur kalt duschen konnten. Für den Rest des Abends konnten wir uns von unseren Jungs Vorträge über warmes und kaltes Wasser anhören. Aber keiner war wirklich böse und Maxi gab sein Kinderbett auf und quetschte sich zu uns mit rein. Leider sah das Wetter am nächsten Morgen nicht sehr gut aus und so wurden wir wieder aufgeteilt. Eine Gruppe fuhr mit Mirko und Basti zum Klettern wieder nach Seynes und die andere Gruppe fuhr zur Höhle der heiligen Jungfrau um Kultur zu machen. Josi, Jule und ich waren die einzigen Mädels in der Klettergruppe. Als jeder von uns seine vorgenommene Route im Vorstieg durchgestiegen war und dabei 100% gegeben hatte, fing es richtig an zu schiffen, so das wir gehen mussten. Mirko fand das wir gut geklettert waren und gab uns sehr viel Eis aus.
Am Dienstag hatten die Kletterer vom Vortag einen verdienten Ruhetag. Die anderen fuhren Richtung Meer und Sonnenschein und hatten einen herrlichen Klettertag wie sie uns später berichteten. Bei uns nieselte es den ganzen Tag. Da wir Lageweile hatten versuchten wir Tennis zu spielen. Bei 6 von 10 Schlägen flog der Ball über den Zaun und in einen Bach. Dann suchten wir immer ewig und ihn mit sehr akrobatischen und verrückten Aktionen aus dem Bach zu holen. Das ging immer so weiter bis kein Ball mehr da war. Am Abend begannen dann unsere Übungsleiter ihre überschüssigen Kräfte abzubauen indem sie Kinder fingen und diese in den Pool warfen. Michi hat besonders großes Pech. Sie ging gleich zweimal baden. Den nächsten Tag regnete es in Strömen und so wurde beschlossen in einer Grotte zu klettern. Wir fuhren in getrennten Gruppen los und wollten uns am Ziel treffen. Die Großen sollten den ganzen Kleinen schon mal Routen einhängen doch dazu kam es nicht. Als wir dort ankamen war alles nass und so mussten wir in eine Kletterhalle gehen, wo wir einen kleinen Wettkampf organisierten.
Am Donnerstag war das Wetter wieder besser und wir hatten einen schönen langen Klettertag. Nach dem Abendbrot machten unsere Übungsleiter eine Trainigslagerauswertung. Die besten von uns durften beim Deutschlandcup in Leipzig starten. Ich gehörte auch dazu und war stolz darauf. Als besondere Überraschung wurde uns gesagt, das wir auf der Rückfahrt noch einen langen Zwischenstopp im Europapark Rust einlegen würden. Wir waren alle ganz happy. Nach einem langen Klettertag, wo alle so ziemlich am Ende ihre Kräfte waren fing der Stress nun erst richtig an. Zeug zusammen suchen und in den Rucksack stopfen ins Auto packen und um 22:00 Uhr losfahren also das volle Programm. Die anderen hatten das Glück erst am Freitag fahren zu müssen und so noch einen zusätzlichen Klettertag zu haben. Es wurde wieder eine lange unbequeme Nachtfahrt mit einer Schlafpause auf einer Autobahnraststätte. Um 10:00 Uhr erreichten wir den Europapark in Rust. Das war die Belohnung für unser hartes Trainig. Als der Park schloss fuhren wir weiter nach Leipzig. Gegen 3:00 Uhr früh waren wir endlich da. Eine wunderbare Woche war zu Ende. Leider viel zu schnell wie ich fand.

Patricia Linke