Herbstkletterfahrt der Kletterexen
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Während tausende Leipziger den 9. Oktober 1989 gedachten, fuhren wir in die Fränkische Schweiz. Die Herbstwinde
bereiteten uns Unbehagen, was wir jedoch angesichts der idyllisch gelegenen Hütte, des Leitsberghauses in Thuisbrunn,
schnell verdrängten. Da der Tag zur Neige ging, konnten wir die Landschaft nur wenig bewundern. Der nächste Tag begann
mit der allmorgendlichen Kämpelei von Levin und Felix, (das schlechte Wetter färbte sich womöglich auf das Gemüt der
beiden ab). Die Nebelschwaden lagen schwer über den herbstbunten Wäldern. Doch wir zogen mit kämpferischen Mienen zum
Kuhloch auf. Zum Erforschen der uralten Höhle wagten sich die kleinsten am tiefsten hinein. Das Aufbruchssignal
erschallte, und wir begaben uns hinaus in das blendende Licht. Unter lebensgefährlichen Umständen war der waghalsige
Rainer, beim Versuch die Höhle von Außen zu erkunden, dem Abgrund nur knapp entkommen. Dies beweist noch Heute die
riesige Schramme, die sich über sein halbes Bein zieht. Wir zogen weiter gen nächster Höhle, die den grausamen Namen
"Das Pferdeloch" trug. Auf halbem Wege merkten wir, dass uns eines der behüteten Küken abhanden gekommen war. Felix,
den es der Lehm angetan hatte, war zurückgeblieben und freute sich seiner großen Ausbeute. Unter Panik, suchten wir den
fleißigen Lehmabbauer und fanden ihn schließlich wieder. Das Pferdeloch war angesichts der letzten Höhle ein winziges
Löchlein. Auf weiterem Wege plagte uns der Hunger. Wir aßen an einem Tisch am Waldrand und erkundeten die Umgebung, die
uns passend für ein kleines Waldhäuschen erschien. Wir machten uns eifrig an die Arbeit und waren bald darauf mit dem
Grundgerüst fertig. Doch ich hatte keine Ahnung, dass dies nur die Vorarbeit war. Am Ende waren viele weitere Stunden
vergangen und die Arbeit wurde uns durch den provisorischen Kran und Dachdecker Jörg erleichtert. Unser Häuschen war
durch die Hilfe aller Kletterexen ein wahres Kunstwerk geworden. Wieder auf unserer Hütte angekommen, spielten wir
"Ohne Furcht und Adel", was sich schnell als das Lieblingsspiel entpuppte.
Auch an diesem Morgen wurde ich durch den "Lampenstreit" von Levin und Felix geweckt, (was für mich nicht schlecht war,
da ich die Letzte beim Frühstück war).
Der Auslöser war diesmal eine unschuldige Taschenlampe, die völlig teilnahmslos zwischen den beiden hin und her gerissen
wurde. Ich kam zum Frühstück und wurde sofort durch die herum wuselnde Menge auf die fertig gepackten Taschen aufmerksam.
Fuhren wir Heute schon? - Ja, lautete die wehmütige Antwort, die wir allein dem Wetter zu verdanken hatten. Unsere
letzte Wanderung (klettern konnten wir wieder nicht da es ununterbrochen regnete) waren nur wenige Kilometer, die uns über
einen Berg zu Bauer Lindemanns fantastische Pflaumen führte. Als in die Bäuche nichts mehr hinein ging, zogen wir weiter.
Bald darauf, an der Hütte angekommen, begann das Abschiedszeremoniell. Wir luden die Taschen ins Auto und fuhren über
Thuisbrunn wieder gen Heimat.
Die Teilnehmer dieser Kletter-wander-fahrt waren:
Theresa, Suse, Levin, Felix, Heiko, Rainer, Hans-Georg, Jörg, Per, Joschi, Christine und ich.
Hannah Meerheim