Mh... also das spannendste für mich war der Europacup in Imst ;D
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Dieses Jahr waren wir, das heißt meine Eltern, meine Schwester und ich, im Sommerurlaub auf Korsika. An sich ist das nichts spektakuläres,
wir haben 2 Wochen lang gezeltet, waren bouldern, wandern, schwimmen und so weiter... Die spannende Nachricht wurde mir allerdings gegen
Ende des Urlaubs per e-Mail präsentiert! Ich hatte mit einigen unwichtigen Benachrichtigungen von Facebook, einigen schwachsinnigen Spams von
Conrad und Media Markt gerechnet. So blieb mir der Mund offen stehen, als ich las, ich hätte mich als Gaststarter beim EYS in Imst qualifiziert, also für einen
Kranken nachgerutscht. Ich war geschockt. Ich war im letzten halben Jahr kein einziges mal klettern gewesen und hatte gerade 2 Wochen Ferien und 2 Wochen
Urlaub hinter mir!
Doch ich sah es als Chance, dort zu starten. Die Hinfahrt war äußerst gediegen. Ich schlief den Großteil der Fahrt auf der Rückbank des auf Gunter und mich völlig leeren
9-Sitzers. In Imst angekommen, fuhren wir gleich zur Halle. Die Außenanlage macht auf jeden Fall Eindruck. Ca. 25 Meter Kletterwand mit rund 8 Meter waagerechtem
Dach, inklusive des großartigen Panoramas der Alpen. Nachdem Gunter seine Sachen erledigt hatte, bezogen wir die Zimmer im Hotel "Hirschen". Die geräumige, recht
noble Eck-Suite war für uns vorgesehen. Die anderen deutschen Starter trafen nach und nach ein, und abends wurden einige Absprachen getroffen und die
Wettkampf- Shirts der Gaststarter verteilt.
Der nächste Morgen, der 14.08.2011, war kalt und klar, ich war total müde, da ich vor Aufregung kaum schlafen konnte. Das Frühstück war der Hammer, danach ging es recht zügig
in/an die Halle. Dort hatten sich die meisten Starter bereits eingefunden und erwärmten sich schon. Nach einer halben Stunde bouldern im viel zu kleinen und
völlig überfüllten Boulderraum und 2 Touren im Grad 9- fühlte ich mich warm genug und ging runter an die Wand. Jonas und ich schauten uns die Routen an und
versuchten uns, die wichtigsten Varianten der anderen Starter zu merken.
Die erste Quali lief unerwartet gut. Ich erreichte ein Volumen, an dem ein Großteil des Starterfeldes scheiterte, und machte noch 2 Züge. Damit landete ich auf Rang
20 von 48 Startern aus sämtlichen europäischen Nationalkaderathleten!
In der zweiten Quali lief es dann weniger prickelnd. Die erste Schlüsselstelle überkletterte ich ohne große Probleme, allerdings rutschte ich bei einem weiten
Kreuzzug von einem rutschigen Griff, den ich nicht mehr halten konnte. Somit fiel ich auf Platz 35 (glaub ich, hab es vergessen xD).
Abends ging ich mit den deutschen Kaderathleten und Gaststartern essen. Ich muss zu meiner Enttäuschung sagen, dass das Wiener Schnitzel in Kroatien ebenso gut
schmeckt wie in Österreich, wobei das kroatische fast die doppelte Größe besitzt. Ich freundete mich mit einigen netten Leuten an und man unterhielt sich recht gut -
na ja, wie das eben so ist. Am nächsten Tag wurden noch lauthals die deutschen Finalisten angefeuert, die im allgemeinen ziemlich gut abschnitten, und dann ging es
auch schon zurück nach Leipzig.
Ob ich zufrieden bin? Auf jeden Fall. Untrainiert und ohne Kondition wie ich startete konnte ich offensichtlich trotzdem einige hart trainierende Nationalkader
aufmischen :-D
Tristan Schmidt