Herbstfahrt der Murmeltiere
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Am 2. September trafen wir uns um 18.00 Uhr am Hauptbahnhof. Auf drei Autos verteilt ging es um 18:15 Uhr
mit viel Gepäck und reichlich Vorfreude ab in Richtung Kurort Rathen. Als wir gegen halb neun unser Ziel,
die Hütte des BSV Leipzig-Mitte, erreichten, hatten wir alle eine lange Fahrt hinter uns. Wir mussten
leise unser Gepäck verstauen, denn in dem großen gemeinsamen Schlafraum mit den vielen Doppelbetten schlief schon jemand.
Etwas später gab es dann Abendbrot aus Sachen, die sich jeder selbst mitgebracht hatte. Es war spät geworden, als wir
endlich unsere Schlafsachen auspackten und zu Bett gingen.
Am nächsten Morgen wurden wir alle nach und nach wach. Die Sonne schien schon hell durch die Fenster, als die letzten ihr
Bett verließen. Nach dem Frühstück, welches teils aus mitgebrachten Dingen, teils aus dem Kühlschrank unseres Quartiers
bestand, packten wir unsere Rucksäcke mit Dingen voll, die wir für den bevorstehenden Klettertag brauchen würden. Und
dann, endlich, liefen wir los in Richtung der Elbe. Als wir dort ankamen, warteten wir auf die Fähre. Während des Wartens
beobachteten wir die steilen Hänge der Sächsischen Schweiz. Als die Fähre kam, wurde mit ihr übergesetzt. Drüben liefen
wir los, erst in Richtung Amselsee, und dann immer weiter hinauf auf einem schmalen Pfad, der steil in die Höhe führte.
Jeder konnte es kaum abwarten. Und dann standen wir vor unserem Felsen. Genauer gesagt vor unseren beiden Felsen, dem
"Honigstein" und dem "Imker". Etwas entfernt davon schlugen wir unser "Lager" auf. Dort stellten alle ihre Rucksäcke ab
und legten ihre Klettersachen an. Dann teilten wir uns in zwei Gruppen; die eine sollte zuerst am "Honigstein" klettern,
die andere am "Imker". Als erstes kletterte immer einer der Trainer. Dann machte er oben das Seil fest und ließ dann
alle anderen zu sich hochkommen. Der "Imker" war zwar verhältnismäßig klein, aber an ihm konnte man sich perfekt auf die
anderen Felsen einstellen, während der "Honigstein" gleich einen schweren Anfang setzte. Jedoch bot der Honigstein mehr
Kletterrouten und eine bessere Abseile. Fast den ganzen Tag kletterten wir. Es machte viel Spaß und man hatte von oben
einen tollen Ausblick. Außerdem machten viele neue Erfahrungen. Dann, gegen Nachmittag, als schon die meisten Routen
geklettert worden sind, gingen einige rüber zur "Lokomotive", einem wirklich hohen Felsen. Etwas später kamen die anderen
nach. Blöd war, dass die Zeit schon fast um war und deshalb nicht alle die "Lokomotive" bezwingen konnten. Aber auch
von unterhalb der "Lok" hatte man ein schönes Panorama, da der Fels sehr hoch gelegen war. Kurz darauf traten wir den
Rückweg an. Zurück in der Herberge gab es bald darauf selbst gemachte Makkaroni mit Tomatensoße. Schon bald nach dem
Essen machten wir uns bettfertig und gingen schlafen.
Am nächsten Morgen wurden wir nicht wie am vorigen Morgen nach und nach wach, sondern wir wurden durch ein lautes
"Aufstehen, Essen ist fertig!", geweckt. Das Frühstück war wirklich schon vorbereitet und es gab uns allen Kraft für den
kommenden Tag. Als wir fertig gegessen hatten, packten wir all unsere Sachen zusammen und packten sie ins Auto. Dann ging
es mit dem Auto los in Richtung der "Nonne". Zu Fuß wäre es zu weit gewesen. Das letzte Stückchen aber wanderten wir,
bis wir die "Nonne" vor uns aufragen sahen. Die Nonne war ein einzelner, ungefähr zylinderförmiger Felsen, der von Blumen
umgeben war. Bei zwei größeren Felsstücken etwas entfernt davon stellten wir unsere Sachen ab, und dann ging es auch
schon los. Zumindest für einige von uns, denn die anderen mussten warten, bis die ersten oben waren. Aber schließlich
waren alle oben, das heißt, fast oben. Denn wir versammelten uns in einer kleinen Höhle unterhalb des Gipfels. Dort war
nur sehr wenig platz, wir passten kaum alle hinein. Dann kletterten wir das letzte Stück nach oben in einer sehr engen
Felsspalte. Einige blieben fast stecken. Aber letztendlich waren alle auf dem Fels versammelt und konnten sich ins
Gipfelbuch eintragen. Ein Gipfelfoto wurde auch gemacht. Der Ausblick war einfach toll. Man konnte ein großes Stück der
Sächsischen Schweiz sehen. Nacheinander wurde nun abgeseilt.
Anton Schubert: "Ich hing an der Abseile und zitterte vor Angst, während Fips unten gemütlich seine Bergmannslieder sang.
Wie war das doch gleich? Acht einhängen, dann die Selbstsicherung ausklinken. Hielt anscheinend. Immerhin war ich noch
nicht abgestürzt. Jetzt langsam ein wenig lockern, die Beine durchdrücken und über die Kante kippen lassen. Zwanzig Meter
Höhe. Ganz schön hoch. Noch fünf Mal lockern und schon waren es nur noch in neunzehn Metern Höhe. Drei schreckliche
Minuten später stand ich wieder auf festem Boden. Ein paar Leute, die auf einem Felsen saßen, applaudierten mir. Noch
ausbinden "Seil frei" schreien und geschafft."
Kaum waren alle wieder unten, wurde auch schon mit einer neuen Route begonnen. Der war zwar etwas kompliziert, aber auch
sehr schön. Wir warteten, bis alle diese Route geklettert waren. Inzwischen war es Nachmittag geworden und so pachten
wir unsere Sachen zusammen. Kurze Zeit später waren wir schon auf dem Rückweg zu den Autos. Mit denen fuhren wir direkt
zurück nach Leipzig. Wieder wurde es eine sehr lange Fahrt. Am späten Nachmittag trafen wir wieder am Hauptbahnhof ein.
Es war eine sehr schöne und lehrreiche Fahrt. In dieser Praxis haben wir vielleicht mehr gelernt, als es in der Theorie
möglich gewesen wäre.
Mit dabei waren: Helmut Linke, Eberhard Jahn, Rolf Oldendorf, Niclas, Aron, Anton, Tadeus, Wiebke, Luisa, Saskia, Ingo
Anron Kittel